Heda stand mit ihren zwei Kindern in der Nähe der Oasis als Tom vorbeikam. Sie hatte dunkle Ringe unter ihren matten Augen. Sie sah aus wie eine Frau, die all ihre Tränen geweint hatte und selbst zum Weinen keine Kraft mehr besaß. Nachdem sie einander begrüßt hatten sagte sie mit tonloser Stimme: „ Thomas, wir sind nur gekommen um Auf Wiedersehen zu sagen. Morgen fahren wir zurück nach Tschetschenien. Es gibt hier nichts für uns.“

Die Familie befand sich in einer schwierigen Situation. Voller Hoffnung und Träume von einem besseren Leben hatten sie Tschetschenien verlassen. Obwohl der Krieg dort offiziell vorbei ist, bleibt das Land von der russischen Armee besetzt und die Auseinandersetzungen zwischen Islamischen Milizen stellen eine ständige Bedrohung für die Zivilbevölkerung dar. Noch immer werden Männer mitten in der Nacht entführt und Tage später tot aufgefunden. Es genügt der Hauch eines Verdachts um das Schicksal eines Mannes zu besiegeln.

Für Hedas Mann lag die Wahl zwischen der sehr geringen Hoffnung, in Österreich Asyl zu erhalten und einem Leben unter ständigem Druck in Tschetschenien. Das Leben ist niemals einfach auf dem Flüchtlingshighway. Die Hoffnung verblasst, wenn die Wirklichkeit zu Tage tritt.

Schließlich kam Hedas Mann dazu, begrüßte Tom und erzählte ihm ebenfalls von der bevorstehenden Abreise. Sie mussten gehen, die Koffer mussten noch gepackt werden. Müde winkte Heda zum Abschied und verschwand mit ihren beiden Kindern in Richtung des Lagers, einer unsicheren Zukunft entgegen. Unser Gebet für sie, wie für so viele andere

in einer ähnlichen Situation, ist, dass sie sich an das erinnern werden, was sie in der Oasis über Gott erfahren haben – über das Leben und die Hoffnung, die er uns in Jesus anbietet.